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Grundlagen

Das Medium

Internetradio hat sich erst nach der Jahrtausendwende so richtig verbreitet. Sein Reiz liegt in dem relativ geringen Verbreitungsaufwand rund um den Erdball. Es ist heute längst kein Problem mehr, Radiostationen unserer Antipoden in Australien und Neuseeland oder von Hawaii zu empfangen, wozu früher die Kurzwelle einfach unentbehrlich war. Die Zeiten des Wellenreitens sind vorbei, und damit leider auch das Gefühl, auf magische Art mit der Welt verbunden zu sein. Vielleicht haben das die Amateurfunker noch, sofern die nicht mittlerweile auch schon via Internet funken...

Terrestrische und satellitengestützte Übertragungssysteme erfordern immer noch sehr aufwändige Sendeanlagen, wenn auch nicht unbedingt mehr die hohen Sendeleistungen früherer Tage. Wer will, der kann sich zum Beispiel auf der Seite http://www.burgis-welt.at/Unvergesslich/bisamberg.htm von Nothburga Karnutsch aus Wien einen persönlichen Augenzeugenbericht von der Sprengung der Mittelwellen-Sendemasten am Bisamberg in Wien ansehen. Dort wurde immerhin mit Sendeleistungen bis zu 600 kW gearbeitet, da ist das Internet doch um einiges stromsparender, auch wenn dazu ein weltweites Netz von Servern und Kabeln, aber auch von Satelliten rund um den Erdball, unterhalten werden muss.

Audio-Codecs

Die Übertragung analoger Signale ist störanfällig, denn das Eigenrauschen elektronischer Bauelemente, elektrische und magnetische Felder sowie Kabel und Funkwellen können sie leicht verformen und verzerren. Digitale Signale bleiben dagegen von derartigen Einflüssen weitgehend verschont. Andererseits bleibt ein analoges Signal auch bei starker Beeinträchtigung noch erkennbar, während Fehler in digitalen Signalen im harmlosesten Fall zu unschönen Artefakten, im schlimmsten Fall zum Totalausfall führen. Wir sind aber mittlerweile technisch so weit, dass es mit recht geringem Aufwand möglich ist, digitale Signale unverfälscht und störungsfrei von einem Ende der Welt zum anderen zu übertragen. Da aber unsere Welt im Allgemeinen analog funktioniert, müssen die Analogsignale zu digitalen Signalen codiert und zur Aufnahme durch unsere Sinne wieder decodiert werden. Die Vorschrift, nach der das geschieht nennt sich deshalb Codec (von Codieren und Decodieren). Allein für den Audiobereich gibt es eine ganze Menge solcher Codecs. Die bekanntesten seien hier genannt: WAV, MP3, WMA, APE, FLAC, OGG, AAS, ASF, VOC, AU, AIFF, SND, ATRAC - die Liste ist längst nicht vollständig. Jedes dieser Datenformate hat seine speziellen Vor- und Nachteile, auch Firmeninteressen spielen dabei eine wichtige Rolle. Uns als Hörern und Internetnutzern bleibt nichts anderes übrig, als damit zu leben.

Da nicht alle Geräte, die Internetradio ermöglichen, auch alle Codecs unterstützen, wird bei den Stationen auf Codecs und Geräte hingewiesen.

Tonqualität

Egal ob analog oder digital, letztlich ist es der übertragbare Frequenzbereich, der die Tonqualität bestimmt. Im Audiobereich geht man bei guter Tonqualität von einem Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20 kHz aus, für die Verständlichkeit von Sprache reicht aber bereits der Frequenzbereich zwischen 200 Hz und 4 kHz völlig aus. Das entspricht der Tonqualität des klassischen Telefons.

Samplingrate

Was bei digitaler Übertragung auch immer für ein Codec verwendet wird, es gibt Gemeinsamkeiten. So müssen alle den Pegel in gewissen Zeitabständen messen und digitalisieren, was als Sampling bezeichnet wird. Die Samplingrate, also wie häfig pro Sekunde gemessen und digitalisiert wird, muss dabei mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste zu übertragende Frequenz.

So liegt die Samplingrate für Audio-CDs bei 44,1 kHz, es könnten also theoretisch bis zu 22,05 kHz übertragen werden; bei einer Samplingrate von 32 kHz ergibt sich etwa der Frequenzbereich einer guten Audiocassette. Was unterhalb einer Samplingrate von 22 kHz liegt, ist also nur zu Diktierzwecken oder zum Aufzeichnen von Telefongesprächen geeignet.

Übertragungsrate

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Übertragungsrate, auch die haben alle Codecs gemeinsam. Sie wird gewöhnlich in Kb/s (Kilobit/s) angegeben. Wenn also bei der CD 44100 mal 16 Bit in der Sekunde übertragen werden, dann sind das 705,6 kb/s. Das ist ein unkomprimiertes Signal und entspricht dem Codec WAV (Wellenform).

Für die Übertragung im Internet, ja schon für die Speicherung in Filmen ist diese Übertragungsrate natürlich zu groß. Deshalb wurden im Laufe der Zeit komprimierte Audioformate erfunden, die bei nahezu gleicher Tonqualität mir einer viel kleineren Übertragungsrate auskommen. Das wohl bekannteste davon ist sicher MP3. Damit kann man die Datenmenge ohne größere Qualitätsversuste auf weit weniger als ein Zehntel des ursprülichen Wertes reduzieren. Das hat die Popularität von MP3-Playern unheimlich gefördert. Auch das besonders bei Blindenhörbüchereien mittlerweile fest etablierte Daisy-Format benutzt MP3. Beim Internetradio werden, wie schon erwähnt, die verschiedensten Codecs verwendet, und MP3 ist nur ein Format von vielen. Man muss also wissen, mit welchem Format eine Station arbeitet und sich das entsprechende Codec besorgen.

Es sei am Rande erwähnt, dass es mit APE und FLAC auch verlustfreie Codecs gibt. Dafür ist bei diesen aber bestenfalls eine Datenkompression auf die Hälfte möglich, auch erfordern diese Codecs wesentlich mehr Rechenleistung als beispielsweise MP3.

Audiodateien und Streams

Eine Audiodatei hat eine ganz bestimmte Länge, nämlich die eines Musikstücks, eines Hörspiels oder auch des Kapitels eines Hörbuchs. Solche Dateien werden auch gern als Titel oder Tracks bezeichnet. Die Titel einer Audio-CD werden zwar auch als Tracks bezeichnet, sind auch im Grunde WAV-Dateien, werden aber auf eine spezielle Art gespeichert und deshalb nicht als Dateien angesehen. Audiodateien werden von Computern und anderen Abspielgeräten datentechnisch genauso gehandhabt wie Video- Bild- oder Textdateien. Sie haben eine bestimmte Länge und werden mit Hilfe ihres Codecs durch die Soundkarte oder das Abspielgerät in Audiosignale umgewandelt und abgespielt. Praktisch alle heutzutage üblichen Abspielprogramme und viele Abspielgeräte gestatten es, Titellisten zusammenzustellen, zu speichern und sie beliebig oft abzuspielen. Diese Listen enthalten gewöhnlich den Titel und den Pfad zur Audiodatei, so dass sie der Abspieler auch finden kann. Diese Listendateien haben meist die Extensionen PLS, M3U oder RAM.

Beim Internetradio haben die Audiodateien eigentlich keinen Anfang und kein Ende; man steigt einfach irgendwo mittendrin ein und hört auch irgendwo mittendrin auf, die Daten abzuspielen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch nicht von Dateien, sondern von Streams (Datenströmen). Diese Streams werden entweder mit Hilfe eines Abspielprogramms oder eines Abspielgerätes direkt abgespielt oder man übergibt den Programmen bzw. Geräten eine Abspielliste, wie oben beschrieben. Diese Abspielliste beinhaltet dann aber nur den Titel und den Pfad zu einem Stream, denn im Gegensatz zu einer Liste mit Tracks endet ja ein Stream nur dadurch, dass man das Abspielen unterbricht. Manche Abspielprogramme enthalten bereits eine vorgefertigte und oft auch editierbare Liste von Links zu Radiostationen im Internet, bei anderen muss man diese Listen selbst erstellen.

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